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12.01.2020

Digitales Ackern: mit Präzision ins neue Jahr starten


Die deutsche Landwirtschaft steht aktuell unter einem großen Erwartungsdruck. Mehr Auflagen, nachhaltiges Wirtschaften, Transparenz bei der Produktion – und das auch noch zu günstigen Preisen. Wie innovative Technik dabei helfen kann, alles unter einen Hut zu bringen, erklärt uns Professor Dr. Peter Pickel.

Wir blicken zurück auf ein stürmisches Jahr 2019. Geprägt von landesweiten Bauernprotesten mit hunderten Traktoren auf Deutschlands Straßen hinterlässt das vergangene Jahr auch ein mulmiges Gefühl. Wir im Agrarsektor wissen, dass es einiges zu tun gibt, um die Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen. Was moderne technische Lösungen dazu beitragen können, war in Hannover auf der AGRITECHNICA zu sehen, und auch auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin kommen Experten aus aller Welt zusammen, um Lösungen für eine nachhaltige Nahrungsmittelversorgung vorzustellen.

"Sparsam mit Ressourcen umzugehen, legt den Grundstein für eine nachhaltige Produktion."

Auf der Agenda stehen: Prozesse optimieren, die Produktqualität erhöhen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit sicherstellen. Dabei gilt: Gute Lösungen finden sich nur, wenn die Themen sachlich und von allen Seiten beleuchtet werden. Die Themen müssen so genau und präzise behandelt werden, wie die Äcker selbst.

Vier Erfolgsfaktoren

Technischer Fortschritt – von künstlicher Intelligenz, über Automatisierung bis hin zu Elektrifizierung – kann dazu beitragen, Antworten auf gesellschaftlichen Fragen zu finden. Aber: Wo soll man ansetzen? Hier sehe ich vor allem vier große Themenfelder.

- Weniger Pflanzenschutzmittel

Landwirte können ihre Maschinen intelligenter machen, um sowohl ökonomisch als auch ökologisch erfolgreicher zu sein. Durch die Verknüpfung von Agronomie, Maschinentechnik und Informatik, kann man sehr viel präziser arbeiten, als dies heute üblich ist. Die See & Spray-Technologie beispielsweise nutzt Gesichtserkennungssysteme, Robotertechnologie und lernende Software, um die einzelne Pflanze nicht nur zu „sehen“, sondern auch zu erkennen. Durch die entsprechende Analyse und Aufbereitung der Daten kann dann das Pflanzenschutzmittel gezielt für jede einzelne Pflanze eingesetzt werden – und damit um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

- Vertrauen stärken

Die Digitalisierung kann auch dabei unterstützen, verlorenes Vertrauen in die Landwirtschaftsbranche wiederzugewinnen. Denn digitale Technik kann durch eine vereinfachte Dokumentation die Transparenz in Ackerbau und Viehzucht erhöhen, indem sie beispielsweise Ausbringmengen aufzeichnet und zur Veröffentlichung bereitstellt. Konkret kann der Landwirt so etwa den eingesetzten Dünger und seine CO2-Bilanz transparent mitteilen.

- Verantwortung übernehmen

Naturgemäß ist der Schutz der Umwelt und des Bodens in der Landwirtschaft ein großes Thema. Sparsam mit Ressourcen umzugehen, spielt nicht nur in puncto Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle, sondern legt auch den Grundstein für eine nachhaltige und umweltschonende Produktion, die ja die Gesellschaft zunehmend einfordert. Das Potenzial zur Optimierung durch künstliche Intelligenz ist hier sehr hoch: Bodenanalyse, Unkrauterkennung und Gesundheitsmanagement für die Pflanzen sind nur drei Gebiete, in denen künstliche Intelligenz zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen kann.

Auch im Bereich der CO2-Einsparung unterstützt innovative Technik. Häufig sind es nur kleine Stellschrauben, durch die sich CO2 einsparen lässt. Ein Nahinfrarot-Sensor zum Beispiel kann die Nährstoffe in organischem Dünger exakt messen, so dass Landwirte ihn bedarfsgerecht anwenden können. So kann Mineraldünger, der in der Produktion CO2-intensiv ist, in nachfolgenden Düngemittelgaben eingespart werden.

- Vernetztes Arbeiten

5G auf dem Acker – ist das Zukunftsmusik? Wer in Deutschland auf dem Land unterwegs ist, freut sich oft schon, wenn es überhaupt Netz gibt. Doch die Zukunft sieht Großes vor: Autonomes Fahren und vernetzte Maschinen sind wichtige Meilensteine zur Effizienzsteigerung – doch diese werden mit 5G erst möglich. Technisch gesehen sitzt die Landwirtschaft also in den Startlöchern. Leider hapert es hier noch an der Frequenzfreigabe.

Daher kann es eine Lösung sein, Konnektivität zunächst durch eigene Netze aufzubauen. Denn der zentrale Vorteil eines 5G-Netztes besteht in der Übermittlung von Informationen in Echtzeit. So können Maßnahmen auf dem Feld unmittelbar und zielgerichtet durchgeführt werden. Und genau deshalb haben wir mit „John Deere Landnetz“ auf der Agritechnica 2019 eine Lösung für mobile private LTE- und 5G-Netze präsentiert.

Mehr Präzision: jedes Korn zählt

Präzision ist der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft – das gilt nicht nur für die alltäglichen Debatten, sondern auch auf dem Acker. Dazu braucht es umfassende Analysen und praktikable Lösungen. Die Devise „schneller, stärker, größer“ muss zunehmend durch das Motto „automatisiert, nutzerfreundlich und präzise“ – kurz: intelligenter – geprägt sein. Mit Präzisionstechnik können Landwirte und Lohnunternehmer effizienter und zugleich umweltfreundlicher und nachhaltiger arbeiten. Die Verbraucher messen die Agrarbranche daran, wie sehr sie uns in dieser Thematik vertrauen können.

Fakt ist: Die Technologie-Ära ist da und bringt enormen Fortschritt mit sich. Über den John Deere Blog wollen wir künftig regelmäßig über Innovationen, Entwicklungen der Technik und Trends aus der Branche berichten und so zu einer sachlichen Diskussion beitragen.

Auf ein ertrag- und erfolgreiches Jahr 2020!

Quelle: JOHN DEERE